Hamburger Meistertitel für die Senioren – trotz schwieriger Saison
Wer am Ende dieser Saison auf die Tabelle blickt, sieht die Senioren des ATSV erneut ganz oben. Mit 16:4 Punkten und dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegen den punktgleichen Niendorfer TSV konnten wir unseren Hamburger Meistertitel erfolgreich verteidigen. Dass wir die Saison tatsächlich erneut als Meister beenden würden, war zwischenzeitlich jedoch alles andere als selbstverständlich.
Von Beginn an begleiteten uns personelle Sorgen durch die Spielzeit. Immer wieder mussten wir auf wichtige Spieler verzichten und konnten nur selten in Bestbesetzung antreten. Das machte sich insbesondere im Kampf um die Hamburger Meisterschaft bemerkbar, in dem sich mit dem Niendorfer TSV und der HSG Elbvororte zwei starke Konkurrenten als ernsthafte Herausforderer erwiesen.
Einen der bittersten Momente der Saison erlebten wir im Hinspiel bei der HSG Elbvororte. Mit einer echten Notsieben angetreten, waren wir gegen einen starken Gegner chancenlos und kassierten mit 22:41 die höchste Niederlage der Spielzeit. Nach dieser deutlichen Schlappe schien die Titelverteidigung in weite Ferne gerückt.
Auch im Pokalwettbewerb mussten wir früh einen Rückschlag hinnehmen. Als Titelverteidiger schieden wir bereits in der ersten Runde aus. Erneut stark ersatzgeschwächt, unterlagen wir dem starken Barmstedter MTV deutlich. Damit war der Traum vom erneuten Double früh beendet.
In der Meisterschaft kämpften wir uns jedoch immer wieder zurück. Besonders wichtig war dabei das deutliche 27:15 im Hinspiel gegen den später punktgleichen Niendorfer TSV. Dieser Erfolg sollte sich am Ende als entscheidender Baustein für die Meisterschaft erweisen, denn durch den gewonnenen direkten Vergleich konnten wir uns letztlich den Titel sichern.
Kurz vor Saisonende wurde es allerdings noch einmal dramatisch. Im vorletzten Saisonspiel mussten wir eine 29:32-Auswärtsniederlage in Niendorf hinnehmen. Besonders schmerzhaft war dabei die Verletzung von Basti Blietz, der dadurch ausgerechnet das entscheidende letzte Saisonspiel gegen die HSG Elbvororte verpasste.
So kam es am letzten Spieltag zum großen Finale. Die Ausgangslage war klar: Nur mit einem Sieg gegen die HSG Elbvororte konnten wir die Hamburger Meisterschaft gewinnen. Lange Zeit sah es jedoch nicht danach aus. Wenige Minuten vor Schluss lagen wir mit 25:27 zurück.
Doch dann schlug die Stunde von Christoph Herrmann. Nach langer Verletzungspause kehrte er rechtzeitig zurück und übernahm in der entscheidenden Phase die Verantwortung. Mit den letzten fünf Treffern unserer Mannschaft führte er die Wende nahezu im Alleingang herbei. Als die Schlusssekunden liefen, stand die Partie plötzlich auf Messers Schneide.
Der entscheidende Moment folgte mit dem Schlusspfiff. Ein direkt ausgeführter Freiwurf fand den Weg ins Tor und sorgte für den umjubelten 29:28-Endstand. Sofort entbrannten heftige Diskussionen darüber, ob der Ball rechtzeitig die Torlinie überschritten hatte. Nach kurzer Beratung mit dem Kampfgericht entschied der Schiedsrichter jedoch auf Tor. Der Treffer zählte – und mit ihm war die Meisterschaft perfekt.
Dass wir die Saison am Ende tatsächlich erneut auf Platz eins abschließen würden, hatten viele Wochen zuvor wohl nur noch die wenigsten erwartet. Umso größer war die Freude über einen Titelgewinn, der vor allem auf Kampfgeist, Zusammenhalt und die Fähigkeit zurückzuführen war, auch in schwierigen Situationen nie aufzugeben.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft Ü40 in der heimischen Heimgartenhalle. Bereits zum zweiten Mal in Folge konnten wir Mannschaften aus ganz Deutschland in Ahrensburg begrüßen und boten gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfern ein hervorragend organisiertes Turnier.
Sportlich erreichten wir dabei einen starken dritten Platz. Nach einer unglücklichen Auftaktniederlage gegen die SG WIFT Neumünster kämpften wir uns mit drei Siegen in die K.o.-Runde. Dort mussten wir uns im Halbfinale dem späteren Deutschen Meister HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst deutlich geschlagen geben. Im Spiel um Platz drei bewiesen wir jedoch noch einmal große Moral, holten gegen Neumünster einen Fünf-Tore-Rückstand auf und sicherten uns nach Verlängerung mit einem 17:15-Erfolg die Bronzemedaille vor heimischem Publikum.
So bleibt die Saison 2025/26 trotz des verpassten Doubles in bester Erinnerung. Die erfolgreiche Titelverteidigung in Hamburg, ein dramatisches Meisterschaftsfinale, das emotionale Comeback von Christoph Herrmann sowie die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft machten diese Spielzeit zu einer der außergewöhnlichsten der vergangenen Jahre.
Am Ende stehen erneut die Hamburger Meisterschaft und viele unvergessliche Momente. Eine Saison, die uns immer wieder an unsere Grenzen brachte – und die wir gerade deshalb wohl nie vergessen werden.


